Waldfrieden! Ein Symposium über den gesellschaftlichen Dialog zur Zukunft unseres Waldes

Am 11. November 2021 greift die Umweltstiftung Michael Otto die Debatte über die Zukunft der Wälder auf den 18. Hamburger Gesprächen für Naturschutz 2021 auf. 
 

Die Folgen des Klimawandels werden durch Extremereignisse wie Dürren und Überflutungen immer deutlicher spürbar. Ganze Ökosysteme werden in Mitleidenschaft gezogen und es entstehen Milliardenschäden. Auch die Wälder leiden. In Deutschland macht insbesondere die Trockenheit den Bäumen zu schaffen. Der Wassermangel schwächt die natürlichen Abwehrkräfte der Bäume gegen Schädlinge und extreme Wetterereignisse. Die ökonomischen Verluste sind gewaltig und die multifunktionalen Leistungen, die Wälder erbringen – z.B. als Unterstützer des Wasserhaushalts, als Holzressource oder als vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen – werden zunehmend bedroht. Während der Klimawandel der Natur und der Gesellschaft innerhalb historisch sehr kurzer Zeit gewaltige Veränderungs- und Anpassungsprozesse abverlangt, wird heftig darüber debattiert: Wie soll der Wald all diesen Ansprüchen gerecht werden?


Bei der Debatte um eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit stehen sich vielfältige gesellschaftliche und ökologische Ansprüche gegenüber. Auch beim Wald treffen Interessen aus Holzwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft, Ressourcenschutz, Erholung, Tourismus und Jagd, Eigentumsschutz und Gemeinwohl aufeinander und schließen sich zum Teil sogar gegenseitig aus.
Unter diesen Rahmenbedingungen diskutieren Fachleute seit Langem und sehr intensiv, was zu tun ist, wie die Wald- und Forstwirtschaft in Deutschland zukünftig so gestaltet werden, dass gesunde und resiliente sowie ökologisch wertvolle Wälder erhalten bzw. wieder hergestellt werden können. Doch die Diskussion um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland scheint mehr geprägt vom Streit als von der Suche nach gemeinsamen Lösungen.

Auf den Hamburger Gespräche für Naturschutz 2021 gehen wir der grundlegenden Frage nach, wie kann der notwendige Streit über den richtigen Weg zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft so gestaltet wer­den, dass sich Blockaden lösen und als Ergebnis der Auseinandersetzung eine breite gesellschaftliche Konsens­bildung möglich wird? Die Umweltstiftung lädt Expertinnen und Experten und führende Persönlichkeiten der deutschen Waldpolitik zu einem umfassenden Dialog ein, um Perspektiven zusammenzubringen und neue Ideen zu entwickeln.

 

Die Hamburger Gespräche für Naturschutz 2021 finden als hybride Veranstaltung am 11. November 2021 statt und werden per Live-Stream auf unserer Website übertragen. Die Begrüßung sowie der Live-Stream beginnen ab 15:30 Uhr. Weitere Informationen zur Online-Teilnahme folgen in Kürze.

Ausblick: Zukunftswerkstatt Wald

Ein Element der diesjährigen Hamburger Gespräche für Naturschutz soll die Vorstellung der Ergebnisse eines Dialoges derjenigen sein, welche die Zukunft des Waldes im besonderen Maße betrifft. Am 23. und 24. September 2021 führt die Umweltstiftung Michael Otto eine Zukunftswerkstatt Wald mit jungen Nachwuchsführungskräften durch. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Seite der Zukunftswerkstatt.

 

Konkret nachhaltig! Gespräche zu Umwelt und Natur: Fragen rund um das Thema Wald behandeln wir auch in unserem neuen Dialogformat "Konkret nachhaltig!" Mit Prof. Dr. Pierre Ibisch sowie mit Prof. Dr. Christoph Leuschner diskutieren wir über die Bedeutung von Wäldern für Ökosysteme und die Herausforderungen für einen konstruktiven Dialog. 



Referentinnen und Referenten

Wir freuen uns Dr. Wolfgang Schäuble MdB als Keynote-Speaker begrüßen zu dürfen.


Bild: Jürgen Sendel / Stiftung Topographie des Terrors
 

Keynote:
Dr. Wolfgang Schäuble MdB

Präsident des Deutschen Bundestages


Wolfgang Schäuble wurde am 18. September 1942 in Freiburg geboren. Er ist evangelisch, verheiratet und hat vier Kinder. Schäuble studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1971 zum Dr. jur. Seit 1972 ist Schäuble Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1981 bis 1984 als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Anschließend war er Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, bevor er von 1989 bis 1991 Bundesminister des Innern wurde. Seit 1989 ist Schäuble Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Von 1991 bis 2000 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ab 1998 zudem Bundesvorsitzender der CDU.

 

Seither ist er Mitglied im Präsidium der CDU Deutschlands. Ab 2002 war Schäuble stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, bevor er 2005 erneut zum Bundesminister des Innern ernannt wurde. Von 2009 bis 2017 war er Bundesminister der Finanzen. Am 24.10.2017 wurde Dr. Schäuble als Nachfolger von Dr. Norbert Lammert zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.




Bild: Silke Reents
 

Prof. Dr. Gundula Hübner

Professorin für Sozialpsychologie, MSH Medical School Hamburg und Professorin, Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

Prof. Dr. Gundula Hübner ist Professorin für Sozialpsychologie, sie lehrt und forscht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) sowie an der MSH Medical School Hamburg. An der MLU leitet sie die Arbeitsgruppe Gesundheits- und Umweltpsychologie. Im Fokus ihrer wissenschaftlichen Arbeit stehen nachhaltiges Verhalten, die Akzeptanz Erneuerbarer Energien sowie deren Auswirkungen auf die Anwohner. In ihren Projekten arbeitet sie überwiegend in interdisziplinären Teams sowie mit Praxispartnern. Bürgerinnen und Bürger werden einbezogen, z. B. zum selbstständigen Erfassen von Geräuschen der Windenergieanlagen oder bei der Bewertung von Planungs- und Visualisierungsverfahren. Forschungsergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Sie ist u.a. langjähriges Mitglied der Task 28 zur sozialen Akzeptanz der Windenergie im Rahmen der Internationalen Energieagentur und Beiratsmitglied des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE). 






 
 

Dr. Christine Lemaitre

Geschäftsführender Vorstand, Deutsche Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.


Weitere Informationen folgen in Kürze.

 


 

Prof. Dr. Christian Ammer

Dekan, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Georg-August-Universität Göttingen

 

Christian Ammer, Jahrgang 1962, studierte Forstwissenschaften an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, gefolgt von Promotion (1996) und Habilitation (2001). Nach verschiedenen Funktionen in der Bayerischen Forstverwaltung wurde er 2007 als Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an die Universität Göttingen berufen. Seine Forschungsgebiete umfassen die Anpassung von Wäldern an den Klimawandel, die Auswirkungen der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität und verjüngungsökologische Fragestellungen. Christian Ammer ist derzeit Dekan der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen und seit auch 2020 Präsident der Gesellschaft für Ökologie Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

 



Bild: Die Hoffotografen
 

Jörg-Andreas Krüger
Präsident, NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.


Jörg-Andreas Krüger wurde auf der Bundesvertreterversammlung des NABU in Berlin am 9. November 2019 zum Präsidenten gewählt. Zuvor war Krüger sechs Jahre als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“ beim WWF tätig. Von 2004 bis 2013 war er NABU-Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik, ab 2010 zusätzlich stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Mitglied im NABU ist Jörg-Andreas Krüger bereits seit 1982.


 

Hans-Georg von der Marwitz
Präsident, AGDW – Die Waldeigentümer

 
Hans-Georg von der Marwitz ist Landwirt, Unternehmer und Politiker. Er lebt mit seiner Familie in Friedersdorf (Brandenburg). Geboren im Jahr 1961 in Heidelberg und aufgewachsen u.a.im Oberallgäu, erfolgte ab 1990 der Aufbau von land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen in Friedersdorf, bewirtschaftet nach ökologischen Kriterien.
Seit 1991 ist von der Marwitz Mitglied des Gemeinderates Friedersdorf, seit 1998 Mitglied der CDU-Fraktion des Kreistages Märkisch-Oderland (parteilos), im Jahr 2002 erfolgte sein Beitritt in die CDU, von 2009 bis 2021 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.
Seit 2019 ist von der Marwitz Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, die die zwei Millionen Waldeigentümer in Deutschland vertritt. Darüber hinaus ist er seit 1990 Mitglied im Gemeindekirchenrat Friedersdorf, seit 1997 Konventsmitglied der Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft des Johanniterordens und seit 1999 Mitglied im Domkapitel Brandenburg (Havel).



Bild: Ben Knabe
 

Moderation:
Johannes Büchs

Journalist und Fernsehmoderator

 

Johannes Büchs ist Moderator für die „Sendung mit der Maus“ und „Kann es Johannes?“ im Ersten und KiKa. 2012 und 2019 wurde er für den Grimme-Preis nominiert, 2013 mit dem DGE-Journalistenpreis ausgezeichnet, und 2014 erhielt er den UmweltMedienpreis sowie das von ihm mitentwickelte Format „Kann es Johannes?“ den Goldenen Spatz.

 

Neben seiner journalistischen Tätigkeit trainiert Johannes Büchs Führungskräfte zu den Themen Präsentation, Storytelling und Medienarbeit. Er absolvierte die Train-The-Trainer Module der ARD.ZDF-Medienakademie und kann auf einen reichen Erfahrungsschatz von über tausend Trainings mit Executives, Experten, Startups und Rednern zurückgreifen.






 
 

Jan Philipp Albrecht (angefragt)
Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein 


Weitere Informationen folgen in Kürze.